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Farinata aus Genua – die ligurische “Pfannkuchen” Spezialität mit Kichererbsenmehl.

25. Februar 2026   •   

6 Minuten Lesedauer

Farinata wirkt unscheinbar. Kichererbsenmehl, Wasser und Olivenöl, etwas Salz – mehr braucht es nicht. Und doch entsteht daraus im heißen Ofen ein goldbrauner, knuspriger Fladen aus Kichererbsenmehl mit weichem Kern.

Themen in diesem Beitrag:

Ein leckerer, veganer, glutenfreier und nahrhafter Genuss aus der italienischen Küche.

Farinata wirkt unscheinbar. Kichererbsenmehl, Wasser und Olivenöl, etwas Salz – mehr braucht es nicht.

Und doch entsteht daraus im heißen Ofen ein goldbrauner, knuspriger Fladen aus Kichererbsenmehl mit weichem Kern.

Oft wird Farinata als Pfannkuchen bezeichnet. Technisch stimmt das nur bedingt. Es fehlen Eier, es gibt keine klassische Bindung. Was entsteht, ist kein klassischer Pfannkuchen, sondern ein eigenständiger Ofenfladen – reduziert, präzise, charaktervoll.

Zwischen Hafenstadt und Holzofen

Das Gericht kommt ursprünglich aus Genua, einer alten Seerepublik in Ligurien. Über Jahrhunderte war die Stadt Handelszentrum für Getreide, Hülsenfrüchte und Olivenöl. Die Kichererbse spielte eine wichtige Rolle, weil sie lange haltbar, nahrhaft und gut transportierbar war.

Eine bekannte Legende erzählt von einer Seeschlacht im 13. Jahrhundert. Nach einem Sturm sollen auf einem genuesischen Schiff Fässer mit Kichererbsenmehl umgestürzt sein. Salz und Wasser vermischten sich mit dem Mehl, die Masse trocknete in der Sonne und wurde später gebacken. Das Ergebnis überraschte: ein einfacher, aber schmackhafter Fladen.

Ob diese Geschichte historisch belegbar ist, spielt kaum eine Rolle. Sie zeigt, wie eng Farinata mit der maritimen Kultur und der pragmatischen Küche der Hafenstadt verbunden ist.

Traditionell wird Farinata auf einem großen Kupfer-Blech im Holzofen gebacken. Die enorme Hitze sorgt für eine feine Kruste und eine leicht cremige Mitte. Genau diese Kombination macht sie unverwechselbar.

Farinata di Ceci – ein mediterranes Netzwerk

In Italien heißt sie häufig Farinata di Ceci – also Farinata aus ceci, dem italienischen Wort für Kichererbsen.

Verwandte Varianten gibt es in Nizza als Socca oder in Livorno als Cecina. Überall bleibt das Prinzip gleich: ein dünner Teig aus Kichererbsenmehl, im Holzofen gebacken, goldbraun geröstet und direkt servieren.

Diese Gerichte zeigen, wie selbstverständlich Hülsenfrüchte in der historischen Alltagsküche waren. Lange bevor glutenfreie Ernährung ein Thema wurde, war Farinata selbstverständlich glutenfrei – nicht aus Überzeugung, sondern aus Notwendigkeit.

Die Kichererbse als Grundlage

Kichererbsenmehl besteht aus fein gemahlenen Hülsenfrüchten und enthält rund 20 % Eiweiß. Farinata war deshalb Teil der armen Küche: preiswert, sättigend und nährstoffreich.

Beim ersten Anrühren wirkt der Teig fast irritierend dünn. Genau das ist gewollt.

Kichererbsenmehl in eine Schüssel geben, Salz und Wasser hinzufügen und gründlich verrühren. Danach nochmals umrühren, bis keine Klümpchen mehr sichtbar sind. Ein leichter Schaum an der Oberfläche ist normal.

Der Teig sollte mindestens 4 Stunden ruhen lassen. Viele lassen ihn über Nacht quellen oder über Nacht quellen lassen. Klassisch steht er zugedeckt bei Raumtemperatur, damit das Mehl vollständig quellen lassen kann und der Geschmack milder wird.

Hitze verstehen – Blech, Ofen und Schiene

Der Ofen muss vollständig vorgeheizten sein. Am besten den Backofen auf 250 Grad oder höher stellen und das Blech oder die Backform richtig heiß werden lassen.

Vor dem Backen etwas Öl in die Pfanne geben oder das heiße Backblech großzügig mit Olivenöl ausstreichen. Eine gusseiserne Pfanne eignet sich besonders gut, weil sie Hitze speichert.

Die Pfanne kurz stehen lassen, damit sich das Öl verteilt, dann den Teig hineingeben und auf die untere Schiene in den Ofen schieben. Je nach Dicke etwa 20–30 Minuten backen, bis die Farinata goldbraun ist. Wer kräftigere Röstaromen möchte, lässt sie weitere 5 Minuten im Ofen. Nach dem Backen vorsichtig herausnehmen und kurz ruhen lassen.

Würzen und Varianten

Klassisch wird Farinata nur mit frisch gemahlenem Pfeffer gewürzt. In manchen ligurische Varianten kommt etwas Rosmarin in den Teig.

Auch moderne Interpretationen wie Farinata mit Gemüse sind möglich – etwa mit dünn geschnittenen Zucchini. Wichtig ist Zurückhaltung. Der Charakter dieses Fladens lebt von seiner Reduktion.

Servieren wie in Genua

Farinata wird direkt aus dem Ofen in Stücke geschnitten und heiß servieren. Kein Besteck, kein Aufwand.

In alten italienischen Kochbuch-Ausgaben wird sie als Brot der Hafenarbeiter beschrieben. Wasser und Olivenöl, Mehl und Salz – mehr brauchte es nicht.

Wer sich mit Focaccia oder Pizza beschäftigt, erkennt die gemeinsame Ofenkultur. Doch Farinata bleibt eigenständig. Kein Belag, keine komplizierte Technik. Nur Hitze und Präzision.

Warum wir die Farinata lieben

Beim ersten Versuch wirkt Farinata beinahe zu schlicht, um zu überzeugen. Der Teig ist dünn, die Zutatenliste minimal. Doch im Ofen verändert sich alles. Das Olivenöl beginnt zu schimmern, die Oberfläche wird goldbraun, die Kruste entwickelt Tiefe. Gerade wer sich intensiv mit Brot oder Pizza beschäftigt, schätzt diese Direktheit. Kein Kneten. Keine lange Teigführung. Und trotzdem entscheidet Präzision. Farinata zeigt, wie aus wenigen Zutaten über Jahrhunderte Tradition entstehen konnte.

Wenig Aufwand. Viel Charakter.

Unser Rezept

Farinata – knuspriger Kichererbsenfladen aus Ligurien

1 Farinata

Zutaten

  • 120 g Kichererbsenmehl
  • 350 ml Wasser
  • 20 g Olivenöl
  • 4 g Meersalz
  • Pfeffer
  • Frischer Rosmarin

Zubehör

So geht's

  • Teig anrühren und ruhen lassen
    Das Wasser in eine große Schüssel geben. Das Kichererbsenmehl mit dem Schneebesen nach und nach einrühren, bis ein glatter, sehr dünnflüssiger Teig entsteht.
    Mindestens 4 Stunden bei Raumtemperatur quellen lassen. In dieser Zeit verbindet sich das Mehl vollständig mit dem Wasser, der Teig wird harmonischer und bekömmlicher.
    Gelegentlich bildet sich etwas Schaum an der Oberfläche. Dieser kann vor dem Backen einfach abgeschöpft werden.
  • Würzen und vorbereiten
    Nach der Ruhezeit Salz und 20 g Olivenöl einrühren.
    Den Ofen auf 230 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
    Ein rundes, unbeschichtetes Blech (am besten Eisen oder Stahl) großzügig einölen. Der Boden sollte vollständig von einer dünnen Ölschicht bedeckt sein – das sorgt später für die typische, goldene Kruste.
    Das geölte Blech für etwa 2 Minuten auf der untersten Schiene mit aufheizen.
  • Backen
    Das heiße Blech vorsichtig herausziehen und den gesamten Teig hineingießen. Die Schicht sollte nur wenige Millimeter hoch sein.
    Sofort zurück in den Ofen schieben und 12–15 Minuten backen.
    Kurz vor Ende mit Rosmarin bestreuen. Für eine besonders kräftige Bräunung kann die Farinata die letzten Minuten auf der obersten Schiene fertigbacken.
  • Servieren
    Die Oberfläche sollte goldbraun sein, mit leicht dunkleren Rändern. Außen knusprig, innen noch weich.
    In Stücke schneiden, mit frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen und warm servieren. Sie schmeckt aber auch bei Raumtemperatur – fast noch aromatischer.

Hinweis:

  • Je heißer das Blech, desto besser die Kruste.
  • Wird die Farinata zu dick, bleibt sie innen weich und wirkt eher wie ein Auflauf. Dünn ausgießen bringt das typische Ergebnis.
  • Gutes Olivenöl ist hier kein Detail, sondern ein Hauptdarsteller.
 
Zubereitungszeit: ca. 20 Minuten plus 2 Stunden Teigruhe.

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FAQ – Häufige Fragen zur Farinata

Farinata ist ein dünner, im Ofen gebackener Fladen aus Kichererbsenmehl, Wasser, Olivenöl und Salz. Das Gericht kommt ursprünglich aus Genua in Ligurien und wird traditionell im Holzofen gebacken. Trotz der einfachen Zutaten entwickelt Farinata eine knusprige Oberfläche und eine weiche, leicht cremige Mitte.

Farinata wird manchmal als ligurischer Pfannkuchen bezeichnet. Technisch ist sie jedoch etwas anderes. Es fehlen Eier und Milch, und die Struktur entsteht nicht durch Ausbacken in der Pfanne, sondern durch starke Unterhitze im Ofen. Sie ist eher ein Ofenfladen als ein klassischer Pfannkuchen.

Der Teig sollte mindestens 4 Stunden ruhen. Viele lassen ihn über Nacht quellen. Während dieser Zeit hydratisiert das Kichererbsenmehl vollständig, der Geschmack wird runder und die Textur homogener.

Ja. Wichtig ist, dass die Backform oder das Blech stark aufgeheizt wird. Eine gusseiserne Pfanne oder ein dickes Backblech liefern meist bessere Ergebnisse als dünne Haushaltsbleche, da sie Hitze besser speichern.

Der Backofen sollte möglichst heiß sein – idealerweise 250 °C oder mehr. Entscheidend ist eine kräftige Unterhitze, damit sich eine goldbraune, leicht knusprige Kruste bildet.

Die dunklen Stellen sind gewollt. Dort entstehen intensive Röstaromen durch die hohe Hitze. Wird Farinata zu früh aus dem Ofen genommen, bleibt sie blass und geschmacklich flach.

Ja. Da sie ausschließlich aus Kichererbsenmehl besteht, enthält sie kein Gluten. Historisch war das keine bewusste Entscheidung, sondern schlicht Teil der traditionellen Küche.

Es gibt Varianten wie Farinata mit Gemüse, etwa mit dünn geschnittenen Zucchini oder etwas Rosmarin im Teig. Traditionell bleibt sie jedoch puristisch und wird höchstens mit frisch gemahlenem Pfeffer gewürzt.

Farinata wird direkt nach dem Backen in Stücke geschnitten und heiß serviert. In Ligurien isst man sie häufig schlicht und ohne Beilage – als Snack oder Teil einer einfachen Mahlzeit.

Der Teig lässt sich gut vorbereiten, da er ohnehin mehrere Stunden ruhen muss. Gebackene Farinata schmeckt frisch am besten, kann aber kurz im heißen Ofen aufgefrischt werden.

Ja, Farinata lässt sich sehr gut im Pizzaofen bei 450 °C backen. Tatsächlich kommt diese hohe Temperatur der traditionellen Zubereitung im Holzofen sehr nahe. Entscheidend ist jedoch, den Teig dünn auszugießen und die Backzeit deutlich zu verkürzen.

Bei 450 °C beträgt die Backzeit meist nur etwa 5–8 Minuten. Der Ofen muss vollständig durchgeheizt sein, idealerweise mit einem stark erhitzten Blech oder einer gusseisernen Pfanne. Wird die Farinata zu dick eingegossen, kann sie außen zu dunkel werden, während die Mitte noch weich bleibt.

Richtig gebacken entwickelt sie im Pizzaofen besonders intensive Röstaromen und eine ausgeprägte, knusprige Oberfläche.

Ja, sowohl Blaublech als auch Aluminium sind für Farinata gut geeignet.

Beide Materialien leiten Hitze zuverlässig und sorgen bei ausreichender Vorheizzeit für eine gleichmäßige Unterhitze. Wichtig ist weniger das genaue Material als die richtige Handhabung: Die Form sollte vollständig vorgeheizt und großzügig mit Olivenöl ausgestrichen werden, bevor der Teig eingefüllt wird.

Blaublech speichert etwas mehr Hitze und reagiert stabil auf Temperaturschwankungen. Aluminium erwärmt sich schneller und ist meist leichter, funktioniert aber ebenso zuverlässig, wenn der Ofen gut vorgeheizt ist.

Entscheidend ist:

  • hohe Backtemperatur

  • dünn ausgegossener Teig

  • ausreichend Vorheizzeit

Steht die Form zusätzlich auf einem vorgeheizten Pizzastein, verbessert sich die Unterhitze noch einmal deutlich.

Mit beiden Materialien lässt sich eine goldbraune, aromatische Farinata mit schöner Kruste backen.

Ja, ein Pizzastein kann für Farinata im Haushaltsbackofen sehr sinnvoll sein – vor allem in Kombination mit einer Metallform.

Der Stein speichert viel Hitze und gibt sie kontinuierlich nach oben ab. Steht eine Metallform auf dem gut vorgeheizten Pizzastein, wird sie von unten konstant mit Energie versorgt. Das Metall leitet diese Hitze schnell in den Teig weiter. So entsteht eine deutlich bessere Unterhitze als bei einer Form, die nur auf einem Backrost steht.

Wichtig ist, den Pizzastein mindestens 45–60 Minuten vollständig vorzuheizen. Ideal ist es, auch die Metallform kurz mit aufheizen zu lassen, bevor der Teig eingefüllt wird.

Ein Pizzastein verbessert die Röstung und die Krustenbildung spürbar.